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Überblick

Teichwasser, das in aller Regel in einem geschlossener Kreislauf umgewälzt wird und somit nicht einer natürlichen Klärung unterliegt, ist unter anderem durch Fisch-Ausscheidungen mit hochgiftigem Ammoniak belastet. Das Ammoniak muss durch Bakterien abgebaut werden. Dieser Prozess heißt Nitrifikation. In einem Teich wird das Wasser hierzu durch einen Biofilter geleitet. In diesem Filter kommt das Teichwasser mit den Ammoniak abbauenden Bakterien, dem Biofilm, in Kontakt. Die Zeitspanne, die das Wasser zum Durchströmen des Biofilters benötigt, und damit Kontakt zu den Bakterien hat, heißt Verweilzeit. Um so länger die Verweilzeit, und damit der Kontakt zu den Bakterien ist, um so effektiver wird Ammoniak abgebaut.


Weiterführende Informationen

Allgemein

Die Verweilzeit scheint erst einmal eine absolut messbare Größe zu sein, die gerne für Schätzungen herangezogen wird. Wenn das Teichvolumen, die Filtergröße und die die Zeit, in der das Wasser des Teiches einmal komplett durch den Filter geleitet wird (Umwälzrate des Teiches) bekannt ist, kann man sich leicht ausrechnen, wie lange das Wasser benötigt, um den Biofilter zu durchströmen.

Beispielrechnung:
Teichvolumen: 10.000 Liter (10 mē)
Biolfilter-Volumen: 1.000 Liter (1 mē)
Umwälzrate: 1 Stunde

Wenn das Volumen des Biofilters nicht mit in die Rechnung einbezogen wird, haben wir eine Umwälzrate von 10.000 Liter in 60 Minuten, oder 1000 Liter in 6 Minuten. Da der Biofilter 1000 Liter Volumen hat, haben wir hier eine Verweilzeit von 6 Minuten.

In der Literatur werden verschiedene Empfehlungen für die Verweilzeit genannt. Allerdings beeinflussen viele Faktoren einerseits die Belastung und andererseits die Reinigung des Wassers, so dass auf keinen Fall von einer Allgemeingültigkeit gesprochen werden kann.


Faktoren, welche die Verweilzeit beeinflussen

Negative Faktoren

Hoher Fischbesatz:
Der Hauptverursacher giftiger Einträge ins Wasser ist der Fisch. Bei z.B. 20 Koi ist die Ammoniakerzeugung doppelt so hoch wie bei 10 Koi. Damit steigt die benötigte Bio-Filtration für die Koi auf das doppelte an.

Verrottende Biomasse:
Neben den Koi als Haupterzeuger entsteht auch giftiges Ammoniak durch verrottende Biomasse wie z.B. Blätter, abgestorbene Pflanzen usw. Ist der Teich mit verrottender Biomasse belastet, muss die Bio-Filtration erhöht werden.

Positive Faktoren

Richtiges Filtermedium:
Durch die Auswahl des richtigen Filtermediums, hier sind Japanmatten und Caldness genannt, kann eine hohe Anzahl Bakterien auf einem relativ kleinen Raum angesiedelt werden. So hat eine Japanmatte z.B. eine Oberfläche von ca. 275 Quadratmeter bei einem Volumen von einem Kubikmeter (1000 Liter).

Biofilm außerhalb des Bio-Filters:
Die reinigenden Bakterien befinden sich nicht nur im Biofilter, sondern siedeln sich im ganzen Teich, an der Teichwand, am Grund, auf Steinen usw. an. Dieser Biofilm trägt selbstverständlich ebenfalls zur biologischen Reinigung bei.

Durchdachte Wasserführung im Teich:
Wenn durch die Wasserführung im Teich Bereiche schlecht oder sogar überhaupt nicht umgewälzt, und damit gefiltert werden, steigt hier einerseits die Konzentration an Schadstoffen an, andererseits kann hier der Biofilm seine Reinigungswirkung nicht voll ausschöpfen.

Guter Sauerstoffeintrag ins Wasser:
Um das giftie Ammoniak abzubauen wird für den Prozess (Nitrifikation) Sauerstoff beötigt. Bei zu niedrigem Sauerstoffgehalt verlangsamt sich die Nitrifikation oder kommt sogar zum Erliegen

Teichbeflanzung:
Teichbeflanzung unterhält durch mehrere Faktoren die natürliche Nitrifikation z.B. durch Sauerstoffeintrag oder auch nur durch die Vergrößerung der Besiedlungsoberfläche für die Bakterien.

Abschließende Betrachtung

Pauschal kann lediglich nur festgestellt werden, dass eine lange Verweilzeit bei hoher Umwälzrate und gutem Sauerstoffeintrag generell die Nitrifikation fördert. Alleine ein erhöhter Fischbesatz kann die benötigte Filterleistung verdoppeln. Filterhersteller beziehen die Leistung Ihrer Filter deshalb i. d. R. auch nur auf die Teichgröße oder nennen eine Obergrenze für den Besatz und Futtermenge. Eine Obergrenze für Fischbesatz bei einem Teich wird, abgesehen von den sozialen Faktoren, eigentlich nur durch die vorhandene Filterleistung bestimmt.

Aktuelles

Interkoi 2009 in Rheinberg
25. and 26 April